Herzensangelegenheit

Zu lange habe ich nichts geschrieben. Gründe gab es genügend. Mal sehen, wie ich wieder zum regelmäßigen Blog-schreiben finde. Vielleicht hiermit:

Vor ein paar Wochen bin ich über Facebook auf den Blog „Cancer is an Asshole-eine Familie lebt mit Papas Krabbe“ gestoßen. Die Geschichte von Ines und ihrer Familie hat mich sehr berührt. Auch wenn mir täglich ähnliche Schicksale bei Facebook angezeigt werden (durch das Abonnement der DKMS), die mich betroffen machen, hat mich das was ich gelesen habe anders berührt. Ines schreibt über die unheilbare Krebserkrankung ihres Mannes und den möglichen Zeitgewinn für ihn und ihre Familie, wenn bald ein geeigneter Stammzellen-Spender gefunden wird. Bisher wurde kein Spender gefunden und das, obwohl die Registrierung so einfach und eine eventuelle Spende nur ein kurzes Prozedere ist, im Vergleich zu dem, was die Betroffenen an Behandlung durchmachen.

Daher auch hier noch einmal ein kleiner Aufruf – Lasst Euch registrieren! Dazu muss man lediglich auf die Internetseite der DKMS gehen und sich als Spender registrieren. Nach der Registrierung geht es wie folgt weiter (Auszug der DKMS-Internetseite):

Innerhalb weniger Tage erhalten Sie per Post das DKMS-Registrierungs-Set. Füllen Sie die Formulare aus und machen Sie mit den beigelegten Wattestäbchen zwei Abstriche von Ihrer Wangenschleimhaut. Schicken Sie das Set anschließend wieder per Post an uns zurück. Im DKMS Life Science Lab in Dresden, einer Tochterorganisation der DKMS, analysieren wir Ihre Gewebemerkmale und speichern die Ergebnisse in unserer Datenbank. Gleichzeitig übermitteln wir Ihre Gewebemerkmale in anonymisierter Form an das ZKRD Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland in Ulm. Auf diese Weise stehen Sie ab sofort als Spender für Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung. Sie bleiben automatisch bis zu Ihrem 61. Lebensjahr in unserer Datei registriert.

Nach unserer Erfahrung kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Doch was passiert, wenn Ihre Gewebemerkmale tatsächlich passen?

Gesundheitscheck und Bestätigungstypisierung – Confirmatory Typing (CT)
Sie erhalten einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen, damit mögliche aktuelle Ausschlusskriterien für eine Spende frühzeitig erkannt werden können. Anschließend erfolgt eine Bestätigungstypisierung (CT), bei der Ihre Gewebemerkmale anhand einer weiteren Blutprobe nochmals analysiert werden. Die CT kann z. B. bei Ihrem Hausarzt erfolgen. Des Weiteren wird Ihr Blut auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HIV oder Hepatitisviren geprüft. Anhand dieser Ergebnisse wird entschieden, ob Sie zu hundert Prozent der passende Spender für Ihren Patienten sind.

Weder mein Mann noch ich konnten in den letzten 8 Jahren, in denen wir registriert waren, spenden – ABER eine Kommilitonin von mir kam bereits als Spenderin in Frage, ist das nicht toll!!

Kommt es zur Stammzellenspende, läuft diese wie folgt ab (Auszug der DKMS-Internetseite):

PERIPHERE STAMMZELLSPENDE

In ca. 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen aus der Blutbahn entnommen. Dem Spender wird über fünf Tage hinweg der Wachstumsfaktor G-CSF verabreicht. Dieses Medikament steigert die Anzahl der Stammzellen im peripheren Blut, die dann über ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut gewonnen werden. Die Spende dauert 4-8 Stunden an ein bis zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Es ist keine Operation notwendig, Sie können die Klinik meist am gleichen Tag wieder verlassen. Dieses Verfahren wird bei der DKMS seit 1996 angewandt. Während der Gabe des Medikaments können grippeähnliche Symptome auftreten. Langzeitnebenwirkungen sind nach dem heutigen Forschungsstand nicht bekannt.

KNOCHENMARKSPENDE

Bei dieser Methode wird dem Spender unter Vollnarkose mit einer Punktionsnadel aus dem Beckenkamm Knochenmark (nicht Rückenmark!) entnommen. Hierbei genügen in der Regel zwei kleine Einschnitte im Bereich des hinteren Beckenknochens. Die dabei entstehenden Wunden sind so klein, dass sie nur mit wenigen Stichen oder oft überhaupt nicht genäht werden müssen und rasch verheilen. Die Entnahme erfolgt in Bauchlage und dauert etwa 60 Minuten. Bei der Knochenmarkspende beschränkt sich das Risiko im Wesentlichen auf die Narkose. Aus dem Beckenkamm werden ca. 5 Prozent des Knochenmarks entnommen. In der Regel regeneriert sich das Knochenmark beim Spender innerhalb von 2 bis 4 Wochen vollständig. Es kann ein lokaler Wundschmerz auftreten, ähnlich dem einer Prellung. Nur in seltenen Fällen kann es zu länger anhaltenden Schmerzen kommen. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert insgesamt drei Tage. In den meisten Fällen erfolgt als Vorsichtsmaßnahme eine Krankschreibung für einige Tage.

Die Art der Entnahme richtet sich nach dem gesundheitlichen Zustand des Patienten. Natürlich versuchen wir, Ihre Wünsche zu berücksichtigen. Jedoch kann abhängig von der Situation des Patienten eine Methode aus medizinischen Gründen ausgeschlossen oder bevorzugt werden. Grundsätzlich sollten Sie zu beiden Methoden bereit sein.

Also, hier noch einmal die Bitte, lasst euch registrieren, es ist so einfach und kann ein Leben retten oder einer Familie einfach mehr Zeit schenken, um gemeinsam dieses eine Leben zu leben!!