Prokrastination oder: wie ich mich schnell glücklich nähe

Eigentlich müsste ich momentan von morgens bis abends an meiner Examensarbeit schreiben. Eigentlich. Aber immer dann, wenn ich für die Uni lernen oder schreiben muss, verspüre ich die größte Lust zum Nähen. Und so sind in den letzten Wochen eben auch ein paar Sachen entstanden, worüber ich mich sehr freue.

Wie vielleicht einige schon auf Instagram gesehen haben, bekommt Frieda ein Geschwisterchen, also habe ich mein altes, olles Stillkissen rausgekramt. Einen Bezug dafür habe ich schon einmal neu genäht, der gefiel mir aber auch nicht mehr. Also habe ich den Stoffstapel vom letzten Stoffmarkt nach einem passenden Stoff durchgesucht. Der Bezug hätte ruhig etwas größer werden können, aber es geht auch so. Die Öffnung habe ich mit KAM Snaps verschlossen, es musste ja schließlich schnell gehen und einen Reißverschluss hatte ich eh nicht zur Hand.

Seit es Frieda gibt, gibt es bei mir auch eine große Lust zum Decken-Kauf. Ich liebe, liebe Baby-Decken… Weil ich nun aber schon so viele Stoffe gekauft habe, mussten die vernäht werden. Also habe ich eine ganz weiche, simple Babydecke gekauft und einen der Stoffe und die Decke rechts auf rechts zusammengenäht, umgedreht, dann noch einmal aussen rumgesteppt und fertig war sie. So schnell gemacht und ein Ergebnis, das derzeit auf jeden Fall Frieda gefällt und für ihre Puppen herhalten muss.

Dann gab es da aber auch noch diesen grauen Leinenstoff und weil mir gerade nichts besseres einfiel, habe ich ein Utensilo für die vielen Windeln genäht, die ich in den nächsten Jahren verwickeln werde. So ein Utensilo kann man ja eigentlich immer irgendwie gebrauchen, ob nun als Brötchenkorb oder für kleines Spielzeug, Schmuck, oder was weiß ich. Zwei Anleitungen gibt es zum Beispiel hier und hier und einmal bei Google eingegeben findet man unzählige weitere.

Für Frieda ist natürlich auch ein bisschen was entstanden: momentan gibt es ja überall auf Pinterest und Instagram diese wunderschönen Käppchen (Bonnets) zu finden, mit denen die Kinder bezaubernd aussehen. Erst wollte ich eines bestellen, aber immer, wenn ich was Genähtes kaufen möchte, frage ich mich, ob ich das nicht auch selber hinbekommen würde. Und so war es auch dieses Mal, ich hatte eh eine genaue Farbvorstellung und die Suche nach dem passenden Käppchen hätte vermutlich länger gedauert, als das Nähen selbst. Ich stelle mich bei Anleitungen ja immer unheimlich dämlich an, aber ohne geht es meist gar nicht. Gefunden habe ich dann dank einer lieben Freundin diese hier und dann einfach das Schirmchen weggelassen und etwas größer zugeschnitten, weil das Schnittmuster nur für die ersten 0-24 Monate ist. Zu kaufen gibt es übrigens hübsche Käppchen u.a. bei lillelieb, briarhandmade und gestrickte bspw. bei lillelovaknits.

Und zu guter Letzt kam wieder einmal dieser Drang, ein Kleid zu nähen, das ich bei diversen Onlineshops bewundert habe und auch wieder der Meinung war, das günstiger hinzubekommen. Ich habe dafür hier bei Dawanda günstig ein Schnittmuster gekauft und wieder mit einem Leinenstoff genäht und das kam dabei raus:

Vielleicht war ja was für euch zum nachnähen dabei, es sind wie immer wirklich einfache Sachen und man hat schnell ein feines Ergebnis.

 

Stoffmarkt

Die Ausbeute vom letzten Stoffmarkt lag jetzt ewig im Schrank. Ich hatte mich ganz schnell für zwei schöne Stoffe entschieden und musste von beidem 1 Meter nehmen. Aber was daraus nähen?

Seit einer Weile habe ich für Frieda nach einem Kleid gesucht, das luftig und etwas zu groß ist, damit sie darin auch gut spielen kann. Außerdem schwitzt sie schnell und ein dicker Stoff wäre da kontraproduktiv. Die Kleider, die ich im Internet gefunden habe, waren völlig überteuert. Also wurde zuerst ein Kleid aus einem der Stoffe genäht. Als Vorlage habe ich eine Sommerbluse von ihr genommen und diese einfach viel größer zugeschnitten. Schon ewig stehen auch Wichtelmützen {hier} auf meiner Näh-Liste. Also entstanden zwei wintertaugliche Mützen. Und zu guter Letzt ein dünnes Höschen. Über einer Strumpfhose sehr Winter-tauglich, weil es ihr ja wie gesagt sehr schnell zu warm ist.

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Wiederholungstäter

Am liebsten sind mir ja leichte Nähprojekte, am besten ohne Jersey. Eine Clutch zu nähen, ist wirklich nicht schwer, zumindest nicht nach dieser Anleitung {hier}. Bereits im Sommer habe ich mir eine Tasche genäht {hier}. Nun hatte meine Mama Geburtstag und ein Geschenk musste her. Also habe ich auf dem Stoffmarkt rotes Kunstleder und einen blumigen Innenstoff gekauft und nach dieser einfachen Anleitung wieder ein kleines Täschchen genäht.

davor // danach

Seit Beginn des Studiums bin ich 4x umgezogen, von Wohnung zu Wohnung blieb immer etwas Einrichtung auf der Strecke, kam etwas Neues hinzu, musste das Alte sich in das Neue einfügen. Zuletzt sind wir von einer Vier- in eine Drei-Raum-Wohnung gezogen. Das hatte zur Folge, dass alles, was zuvor im Arbeitszimmer stand, weg musste bzw. ins Schlafzimmer integriert wurde. Nun haben wir also einen Schrank voller Ordner im Schlafzimmer rumzustehen. Das hat mich sehr gestört. Vor Kurzem war ich dann bei einer Freundin. Ich muss bei ihr immer erst die Wohnung begehen, um zu sehen, was sie Neues gezaubert hat. Im Gegensatz zu mir muss sie nicht stundenlang auf Pinterest nach Ideen suchen, sondern näht aus dem Bauch heraus. Und da habe ich mir dann die Idee zu meinem just abgeschlossenen DIY-Projekt geholt – genähte Vorhänge für den ollen Ordner-Schrank. In Ermangelung an Entscheidungskraft für ‚den‘ richtigen Stoff, habe ich im IKEA-Sale einen ganz einfachen Stoff gekauft und diesen mit Stoffmalfarbe bedruckt. Die Seitenteile habe ich einfach nur umgenäht und mit Ösen versehen, sodass ich sie an Haken am Schrank anbringen konnte (bei einer anderen Freundin entdeckt). Unser Nachbar war so nett, mir den Vorhang anzubringen, samt eigens dafür entworfener Blende.

Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis, man sieht auf jeden Fall keine Ordner mehr.

In der Not

Vor ein paar Monaten waren wir zu einer Hochzeit eingeladen. Ich habe mich schon Wochen vorher darauf vorbereitet, Kleid gekauft, Schuhe gekauft, Kosmetik- und Friseurtermin vereinbart etc. Das war DAS Event in diesem Jahr, nichts durfte fehlen. Als ich alles zurecht gelegt hatte, fiel mir allerdings auf, dass ich gar keine Tasche hatte – einen Abend vor der Feier. Natürlich hätte ich losrennen und mir eine kaufen können, aber wir wohnen nicht gerade in Shopping-City, hier gibt es zwar alles, was man braucht – braucht man aber mal was Bestimmtes, sucht man nicht selten vergeblich. Die Tasche musste ja zu meinem Kleid passen und auch zu dem Mantel, den es dank schlechten Wetters brauchte. Also habe ich all meine Stoffreste durchgewühlt, das Internet bemüht und eine easy Nähanleitung für eine Clutch gefunden. Rebecca vom DaWanda-Shop Elfenkind-Berlin hat hier eine tolle Anleitung samt Video kostenlos zur Verfügung gestellt und mittels dieser hatte ich ruckzuck eine neue Tasche, in die alles reingepasst hat. 

BeutelLiebe

Nach unserem Umzug hatte ich von den Vorhängen sehr viel Stoff übrig. Weggeschmissen habe ich den natürlich nicht, man weiß ja nie, wozu er noch gut sein könnte. Und tatsächlich eignete er sich hervorragend für einen Shopper. Die Anleitung habe ich wieder einmal auf dem tollen pattydoo Blog gefunden. Ein paar Lederreste von Omas Dachboden waren auch noch übrig und schon war die Tasche fertig.

TurnbeutelTrend

Dass der Turnbeutel als Rucksack wieder im Trend ist, ist ja nicht neu. Neu ist allerdings, dass er irgendwie zum modischen Hingucker avanciert ist. Und so habe ich mich vor einer ganzen Weile auch drangesetzt und mir einen Turnbeutel genäht. Die Stoffe stammen vom geliebten Möbelschweden (mein Faible für diese Stoffe habe ich vor kurzem hier beschrieben) und die Nähanleitung habe ich bei Snaply gefunden. Ich habe versucht, ihn eher schlicht zu halten, damit er sich für möglichst viele Anlässe eignet. Mittlerweile hängt er auch sehr oft am Buggy, was meiner Meinung nach einfach besser aussieht, als irgendeine 0815-Tüte.