Krankhaftes Ausmisten oder versuchter Minimalismus

Mit circa 7 Jahren habe ich mal das Hotelzimmer von Freunden meiner Familie aufgeräumt, als ich eigentlich mit deren Kind spielen sollte. Am nächsten Morgen wurde ich von den Eltern beiseite genommen und gebeten, die Finger von ihren Sachen zu lassen.

Viele Jahre später habe ich im Zuge eines Babysitterjobs das Kinderzimmer eines Kindes mal so richtig, richtig aufgeräumt. Die Eltern schienen der Lage nicht mehr Herr zu werden (fand ich), also wurde ich es. Ungefragt. Jedoch blieb es nicht ungesehen und es hagelte keinen Beifall, so viel kann ich sagen.

Als ich mit meinem Mann zusammenzog, wurde aus meiner Aufräum- eine Ausmist-Leidenschaft. Ungewollt wohlgemerkt und ganz langsam. Alles wollte ich damals mitnehmen in unsere gemeinsame Wohnung, doch bei jedem Teil, das ich verpacken wollte, fragte er mich, ob ich sicher sei, dass ich das noch brauche. Also landete ein großer Teil im Müll, wurde verkauft oder verschenkt.

Kaum eingezogen, überkam er mich immer wieder, dieser Drang zur Veränderung. Unsere kleine Wohnung war vollgestopft mit allerlei Krempel und regelmäßig schob ich die Möbelteile wild hin und her. Beim zweiten Umzug 4 Jahre später war bereits unsere Tochter geboren und viel Zeit zum Entrümpeln blieb nicht, das Meiste kam also mit und wieder war da dieser regelmäßige Drang, alles anders machen zu wollen. Doch das Möbel-Rücken alleine machte mich nicht langfristig glücklich. Erst beim dritten Umzug merkte ich, was mir fehlte. Wir zogen von einer großen in eine kleinere Wohnung, es war also klar, dass wir nicht alles mitnehmen konnten. Also flog wieder einiges weg, wurde verkauft oder verschenkt. Weniger ist mehr bekam hier erst eine richtige Bedeutung für mich. Nach und nach verabschiedete ich immer mehr Zeug aus der Wohnung. Manchmal stand ich minutenlang in der Küche und hinterfragte die Daseinsberechtigung jedes einzelnen Teils. Welches dann keine mehr hatte, wurde in eine Kiste gepackt und zum Verschenken bei eBay Kleinanzeigen rein gestellt. Genauso habe ich es in den anderen Zimmern gemacht. War ich mir bei einigen Dingen nicht sicher, legte ich sie beiseite und wartete ab, ob ich sie wieder hervor holte. Geschah das nicht, wurde auch das aussortiert. Wegwerfen will ich das Meiste nur ungern. Zuerst frage ich immer in unserem Freundeskreis und freue mich dann, wenn es auch Abnehmer findet und bei eBay Kleinanzeigen klappt das sowieso super. Vor Kurzem erst habe ich ein ganzes Bücherregal wegrationalisiert. Wozu sollte ich mir Bücher hinstellen, die ich nie wieder lesen würde? Also verkaufte ich einen großen Teil über momox. Mit dem Handy die Strichcodes schnell eingescannt und von Hermes kostenlos abgeholt, gab es noch einen kleinen Zuschuss für die Urlaubskasse. Das Regal fand auch einen Käufer bei eBay und ich fühlte mich gleich irgendwie leichter, außerdem war so durch ein wenig Umstellen Platz für den Nachwuchs geschaffen.

Mit Kleidung handhabe ich das ähnlich. Mittlerweile habe ich auch schon zwei Kleidertauschabende mit Freunden gemacht. Jeder hat seine ausrangierten (aber noch tragbaren) Sachen mitgebracht und es wurde getauscht. Der übriggebliebene Rest ging an einen Verein in der Stadt oder wurde für Geflüchtete gespendet. Man kann seine Kleidung natürlich auch im Internet verkaufen, wenn sie noch gut erhalten ist. Das habe ich bisher über momox-fashion gemacht. Da dort aber keine Basics und abgetragene Sachen genommen werden, habe ich einige Beutel für H&M fertig gemacht. Hier kann man die Sachen (egal in welchem Zustand) tütenweise abgeben und erhält auf den nächsten Einkauf einen Rabatt. Das erscheint natürlich kontraproduktiv, wenn man ausmistet und sich dann gleich etwas Neues holt. Ich habe mir jedoch vorgenommen, den Gutschein für Frieda einzulösen, wenn sie wieder etwas braucht.

Das Krankhafte kommt übrigens immer dann bei mir zum Vorschein, wenn ich bei anderen Leuten den dringenden Wunsch verspüre, zu entmisten. Um das auszuleben, wollte ich mich vor einigen Jahren sogar schon als professionelle Aufräumerin selbstständig machen.

Leider gibt es einen kleinen Haken bei dem ganzen gewünschten Minimalismus, denn unsere Tochter hat dank der Großeltern und Freunden eine riesige Ansammlung an Spielzeug. Den Kampf gegen die Kauferei haben wir mittlerweile aufgegeben, also lege ich oftmals Sachen weg, gebe sie ihr später oder verschenke sie auch einfach an andere Kinder. Außerdem wird auch hier hin und wieder radikal aussortiert und gespendet und landet viel in Kisten und Schrank, damit man den Wahnsinn nicht ständig sieht. Aber darüber in einem anderen Beitrag mehr…

Wenn euch dieses Thema weiter interessiert: Saskia von alovelyjourney hat auch mal einen Selbstversuch in Sachen Minimalismus gestartet und Interessantes zusammengetragen.

Lebenszeichen aus dem Kinderzimmer

Ach dieser Blog, der setzt mich ein wenig unter Druck – in einer Sommerlaune entstanden und nun zu wenig Zeit und wenig Enthusiasmus, um irgendwas zu schreiben.

Aber ich habe mich vom Sofa aufgerafft und will euch schnell das umgestellte, etwas veränderte Kinderzimmer zeigen. Wir haben den Wickeltisch verbannt, auch in der Hoffnung, ihn nicht mehr ewig zu brauchen…. wickeln tun wir nun um Schlafzimmer auf dem Trockner. Ohne ging es dann doch nicht. Außerdem hat unsere Tochter eine Kuschelecke mit selbst genähten Kissen bekommen. Seit den Sommermonaten wird sie immer kuscheliger und lümmelt gerne mal ein paar Minuten irgendwo rum, schaut sich ein Buch an oder ‚erzählt‘ sich selbst Geschichten.

Für die Kuschelecke habe ich ein großes Stück Schaumstoff genommen, das noch im Keller war und einen alten Vorhang zum Bezug umgenäht.

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Weil wir nur eine Kommode haben, konnte ich bisher kaum etwas von ihren Sachen aufhängen. Bei einer Freundin habe ich dann was Tolles gesehen: ein Ast unter einem Regal hängend. Also ging es in den Wald und nach einer Weile haben wird dann auch einen brauchbaren Ast gefunden (an alle Naturliebhaber: keine Sorge, er musste nicht mehr vom Baum geschlagen werden, er lag bereits auf dem Boden).

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Links im Bild eine Leggins, die ich kürzlich genäht habe und rechts der coole neue Rucksack für die Kita.

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Und weil ich die Idee mit der Bilderleiste als Buchhalter bereits oft im Internet gesehen habe und toll fand, musste auch das jetzt her. Alle Bücher passen natürlich nicht rauf.  Ich bin jetzt auch ein wenig im Wolken-Wahn und so wurde der Opa gebeten, einen Wolkenbücherständer zu bauen. Alles was ich hatte, war ein Bild von pinterest und es ist ihm perfekt gelungen. Bei der Farbwahl bin ich noch nicht richtig zufrieden. Ich habe zwar selbst das grau ausgesucht, gewöhne mich aber nur schwer daran.

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Ich hoffe bald wieder etwas mehr Zeit zum Nähen zu haben und dann wieder viel Lust zum Schreiben.

Habt eine schöne Woche!

Tafel-Trend

Nach langer Abwesenheit, soll nun wieder etwas Leben ins Blog-Leben kommen…

Seit einiger Zeit schwirre ich auf Pinterest herum und bin fasziniert von all den Dingen, die man selber machen kann. Dabei bin ich auch auf selbstgemachte Tafeln gestoßen. Da wir einen großen Flur und eine freie Wand hatten, sollte eine Tafel ran. Also auf in den Baumarkt, dort haben wir zwei Holzplatten besorgt und Tafellack. Den habe ich einfach auf die Holzplatten aufgetragen, trocknen lassen und nochmal aufgetragen.

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Heute haben wir die Tafeln dann angebracht und ich find das Ergebnis sehr zufriedenstellend.

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Der untere Teil darf dann vom Kind künstlerisch gestaltet werden :).

Bis dahin!

 

Ton in Ton

Ihr Lieben,

heute mal nichts Genähtes – ich möchte euch ein paar Lieblingsstücke zeigen, die liebe Menschen aus Ton gezaubert haben. Ich finde es faszinierend, was für wunderschöne Dinge daraus entstehen können. Vor einer Weile habe ich angefangen mir von hier und dort Tassen mitzubringen und zu den Tassen sind noch andere Lieblinge hinzugekommen.

Erst vor ein paar Wochen habe ich eine wunderschöne Schüssel geschenkt bekommen. Sie ist aus mehreren Stücken zusammengesetzt – ich finde sie klasse!

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In unserem Freundeskreis gibt es einen weiteren talentierten Künstler, der ebenfalls tolle Sachen kreiert. Einige davon haben ihren Weg in unsere 4 Wände gefunden, zu meiner großen Freude. Hier sind zwei Schalen, die er uns geschenkt hat:

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Zu guter Letzt noch eine fabelhafte Idee, Tonreste zu verwerten. Unsere ehemalige Nachbarin lässt daraus kleine Kunstwerke entstehen und ich durfte mir 3 davon aussuchen (worüber ich mich wahnsinnig gefreut habe):

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Das war ein kleiner Ausflug in die Ton-Welt – beim nächsten Mal wieder was eigen kreiertes. Ich bin gerade dabei unsere Couch mit neuen Kissenbezügen zu „verschönern“ und bis Freitag will ich fürs Fräulein noch ein Quiet Book anfangen. Ich habe das bei pinterest entdeckt und bin total begeistert. Bald mehr dazu hier.

Habt eine schöne Woche!

Genähtes auf Balkonien

Meine Großeltern (der eine Teil zumindest) wohnen in einem schönen, großen Haus in den Bergen mit einem schönen und auch großen Dachboden. Schon als Kind war es für mich eine Freude dort herum zu kriechen und Dinge aus vergangenen Zeiten zu entdecken. Mittlerweile krieche ich nicht mehr herum, denn meine Oma präsentiert mir fast bei jedem Besuch einen ‚Schatz‘ von dort oben. Zuletzt gab es Stoff. Nicht irgendein Stoff, sondern ein sehr alter, handbedruckter Stoff, den bereits meine Uroma verwendet hat. Der Stoff ist sehr, sehr schön – aber wie so oft, wusste ich erst einmal nicht, was ich damit machen will. Also eingepackt und Zuhause verstaut. Dann kamen meine anderen Großeltern ins Spiel. Sie wollten sich von ihrer Balkon-Bank trennen und da wir nun stolze Balkon-„Inhaber“ sind, haben wir sofort zugeschlagen. Die Bank kam mit Kissen, die mir nicht zugesagt haben und da fiel mir der schöne Stoff wieder ein. Also wurden Bezüge genäht und ich freue mich jedes Mal, wenn ich auf dem Balkon bin, über diesen schönen Stoff.

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Hier noch ein paar Bilder vom restlichen Teil des Balkons. Mithilfe meiner Eltern haben wir ihn vor einer Weile bepflanzt – mithilfe der Sonne sieht einiges nicht mehr so schön aus. Aber ich erfreue mich trotzdem daran. Vor allem an den Geranien, die habe ich sehr billig im Discounter erstanden und es hat ziemlich lange gedauert, bis sie geblüht haben.

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Habt einen schönen Sommer-Abend,

eure Anne.

Wandbezug

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Wie bereits angekündigt, wollte ich etwas Farbe an die Wand bringen, ohne sie zu streichen oder zig Fotos zu rahmen. Also habe ich im günstigen Allerleiladen 10 Leinwände in verschiedenen Größen gekauft. Am nächsten Tag habe ich dann die Stoffe ausgesucht, natürlich hier. Dank toller Beratung habe ich dann im riesigen Sortiment gefunden, was ich gesucht habe – Stoffe, die knallige Farben haben, nur leicht gemustert sind und zusammen passen.

Dann wurde zugeschnitten, gebügelt und mithilfe von Reißzwecken und einem mechanischen Tacker haben die Stoffe ihren Weg an die Leinwand gefunden.

Gestern Nacht habe ich dann die Stellen an die Wand gezeichnet, wo später die Bilder hängen sollten und heute habe ich die fertigen Bilder an die vorgezeichneten Stellen gehangen.

Der Herr im Hause war ein wenig skeptisch, er hatte eine andere Vorstellung von meinem Vorhaben, aber schlecht fand er es erst mal nicht. Ich muss mich aber auch erst noch daran gewöhnen. Vielleicht vergrößere ich das Ganze auch noch. Mal sehen.

Die Materialkosten sind übrigens nicht extrem hoch. Für die Leinwände circa 12,- + die Stoffe circa 20,- (von den Resten lässt sich bestimmt noch ein Kissenbezug zaubern) + für die Reißzwecken 3,-!!

Habt einen schönen Samstag!

Es muss was passieren!!

Am Wochenende ist das Fräulein bei ihren Großeltern und ich werde mich der Uni widmen …. ABER nicht die ganze Zeit.
Vor zwei Tagen habe ich mich mit einem Handtuch bewaffnet, es unter unseren Wohnzimmerschrank manövriert und es irgendwie an die andere Wand gezogen. Dann habe ich unseren Esstisch Zentimeter für Zentimeter verschoben und alles skeptisch betrachtet. Skeptisch war auch das Fräulein, dass mir immer wieder vor die Beine lief.
Ich bin jetzt zwar zufrieden, aber unsere Wände sind seit dem Umzug vor (Oh Schreck!) 9 Monaten kahl… mehr oder weniger. Mein Papa, ein sehr begabter Maler, sollte uns ein schönes Bildchen zaubern, aber auch seine Zeit ist rar und unsere Entscheidungen bezüglich des Kunstwerkes werden immer wieder umgeworfen. Also standen wir gestern beide vor unseren leeren Wänden und haben überlegt. Ich habe in einer Wohnzeitschrift ein paar Ideen gefunden, aber M. meinte, ich solle mir doch einfach selber was überlegen. Das habe ich getan.
Ich will verschieden große Leinwände kaufen und sie mit Stoffen aus meinem Lieblingsstoffladen MIRA (hier) beziehen und das soll dann an die Wand. Ob das gut aussieht ist fraglich. Aber ich halte euch auf dem laufenden und zeige das Ergebnis am Wochenende – hoffentlich!