Langsamer Einzug von Kind Nr. 2

2016-06-251Jetzt, wo wir unser zweites Kind erwarten, stehen ja auch wieder einige Anschaffungen an und dank ausgeprägtem Nestbautrieb surfe ich wieder durchs Internet und gucke mir Nützliches und Unnützliches an.

Beim ersten Kind haben wir gar nicht so viel gekauft, nur wenig davon erscheint mir im Nachhinein unsinnig und einige Dinge kauften wir damals nach, deren Notwendigkeit uns vorher nicht relevant erschien. So erging es uns beispielsweise beim Newborn-Set von Stokke. Ich habe immer gewusst, dass wir irgendwann, wenn Frieda sitzen kann, den Tripp Trapp Stuhl von Stokke anschaffen werden. Dass Newborn-Set hatte ich einfach nicht auf dem Schirm, als wir es dann aber nach einigen Monaten gekauft haben, war es eine tolle Erleichterung und Frieda saß immer fröhlich mit am Tisch, schaute uns beim Kochen zu und schlief auch gerne mal darin ein. Jetzt, beim zweiten Kind, werden wir einen weiteren Tripp Trapp Stuhl anschaffen, die Schale haben wir ja bereits.

Wir hatten ins unserer ersten Wohnung so wenig Platz, dass mein Schwiegervater kurzerhand einen Wickelaufsatz für unsere kleine Waschmaschine baute. Als der zu klein wurde, baute er eine Verlängerung an. Als wir umzogen und der Wickeltisch im Kinderzimmer stehen musste, baute er einen Aufsatz, sodass wir diesen einfach auf einen herkömmlichen Tisch aufsetzen und ins Kinderzimmer stellen konnten. Jetzt, wo Frieda sich früher oder später das Zimmer mit ihrem Geschwisterchen teilen muss, haben wir von IKEA diese Kommode gekauft, die zum Wickeltisch umgebaut werden kann. Seit Ostern steht sie mit im Zimmer und wird als herkömmliche Kommode genutzt. Später werden wir dann den oberen Teil ausklappen und eine Wickelauflage rauflegen und schon kann es losgehen. Ich weiß, dass viele auf Wickeltische und Co. verzichten und lieber auf dem Boden oder Bett wickeln, das hat sich für uns aber eher als suboptimal herausgestellt. Und selbst wenn uns danach wäre, kann dieser Wickeltisch ganz schnell wieder zur Kommode umgebaut werden.

Ein Beistellbett wollten wir damals für den Anfang auch gerne, aber es sollte groß genug sein, um es auch länger als nur ein paar Monate nutzen zu können. Unsere Entscheidung fiel auf ein Beistellbett der Marke Fabimax – rollbar, höhenverstellbar, mit Nestchen und Bettzeug, sowohl als Beistellbett als auch im Handumdrehen als Stubenwagen nutzbar. Frieda lag sehr lange darin, fast die ersten 9 Monate und das, obwohl sie kein sehr kleines Kind war. Dieses Beistellbett kommt wieder zum Einsatz und die Bettwäsche wird nochmal neu benäht von mir.

Nachdem ich bei Frieda fast nur alte Spucktücher von Freunden und Bekannten bekam, habe ich mir dieses Mal ein paar richtig schöne Musselintücher gekauft, die von aden & anais werden ja hochgelobt, meine sind war nicht von denen, sondern von einer englischen Firma, genauso groß, etwas günstiger und sehr weich.

Was auf meiner Wunschliste momentan ganz oben steht, ist eine der wunderschönen Wickeltaschen des Berliner Labels mara mea. Ich bin ganz verliebt in diese multifunktionale Taschen und freue mich auf den ersten Einsatz. Bisher hatten wir eine ganz herkömmliche Wickeltasche, die es zum Wagen dazu gab. Aber die Tasche von mara mea ist sowohl als Shopper, Rucksack sowie als Umhängetasche tragbar und kommt auch noch in wunderschönen Designs daher.

Ich habe Frieda damals viel getragen und dafür ein gewebtes Tuch von einer Freundin geliehen. Später habe ich selber ein unglaublich langes Tuch gekauft, damit wir beide unsere Tochter tragen konnten. Bei einem Größenunterschied von knapp 30cm war das nötig. Genutzt haben wir sie letzten Endes beide kaum – mir war es zu lang und er war eh nicht so der Tuch-Typ. Die bereits in der Schwangerschaft gekaufte Manduca-Trage habe ich kaum genutzt, weil meine Statur und die Trage nicht zusammengepasst haben. Meinem Mann hat sie super gepasst, aber er hat nun einmal kaum getragen. Also habe ich sie wieder verkauft und eine Bondolino-Trage angeschafft. Damit hat das Tragen super geklappt, nach dem ganzen Hin und Her war Frieda mittlerweile aber fast schon zu schwer dafür und so fand es nur noch selten statt. Dieses Mal habe ich mich von vielen amerikanischen Blogs dazu verleiten lassen, ein elastisches Tuch auszuprobieren – den Solly Baby Wrap. Die Rezensionen haben mich überzeugt und sowohl große als auch kleine  Frauen und Männer können ein und dasselbe Tuch benutzen. Wenn es dann irgendwann im Einsatz war, werde ich berichten.

Ja, so sieht die Liste erst einmal aus. Viel Neues kommt nicht dazu, nur einige ausgewählte Stücke und auf deren Einsatz freue ich mich umso mehr.

Prokrastination oder: wie ich mich schnell glücklich nähe

Eigentlich müsste ich momentan von morgens bis abends an meiner Examensarbeit schreiben. Eigentlich. Aber immer dann, wenn ich für die Uni lernen oder schreiben muss, verspüre ich die größte Lust zum Nähen. Und so sind in den letzten Wochen eben auch ein paar Sachen entstanden, worüber ich mich sehr freue.

Wie vielleicht einige schon auf Instagram gesehen haben, bekommt Frieda ein Geschwisterchen, also habe ich mein altes, olles Stillkissen rausgekramt. Einen Bezug dafür habe ich schon einmal neu genäht, der gefiel mir aber auch nicht mehr. Also habe ich den Stoffstapel vom letzten Stoffmarkt nach einem passenden Stoff durchgesucht. Der Bezug hätte ruhig etwas größer werden können, aber es geht auch so. Die Öffnung habe ich mit KAM Snaps verschlossen, es musste ja schließlich schnell gehen und einen Reißverschluss hatte ich eh nicht zur Hand.

Seit es Frieda gibt, gibt es bei mir auch eine große Lust zum Decken-Kauf. Ich liebe, liebe Baby-Decken… Weil ich nun aber schon so viele Stoffe gekauft habe, mussten die vernäht werden. Also habe ich eine ganz weiche, simple Babydecke gekauft und einen der Stoffe und die Decke rechts auf rechts zusammengenäht, umgedreht, dann noch einmal aussen rumgesteppt und fertig war sie. So schnell gemacht und ein Ergebnis, das derzeit auf jeden Fall Frieda gefällt und für ihre Puppen herhalten muss.

Dann gab es da aber auch noch diesen grauen Leinenstoff und weil mir gerade nichts besseres einfiel, habe ich ein Utensilo für die vielen Windeln genäht, die ich in den nächsten Jahren verwickeln werde. So ein Utensilo kann man ja eigentlich immer irgendwie gebrauchen, ob nun als Brötchenkorb oder für kleines Spielzeug, Schmuck, oder was weiß ich. Zwei Anleitungen gibt es zum Beispiel hier und hier und einmal bei Google eingegeben findet man unzählige weitere.

Für Frieda ist natürlich auch ein bisschen was entstanden: momentan gibt es ja überall auf Pinterest und Instagram diese wunderschönen Käppchen (Bonnets) zu finden, mit denen die Kinder bezaubernd aussehen. Erst wollte ich eines bestellen, aber immer, wenn ich was Genähtes kaufen möchte, frage ich mich, ob ich das nicht auch selber hinbekommen würde. Und so war es auch dieses Mal, ich hatte eh eine genaue Farbvorstellung und die Suche nach dem passenden Käppchen hätte vermutlich länger gedauert, als das Nähen selbst. Ich stelle mich bei Anleitungen ja immer unheimlich dämlich an, aber ohne geht es meist gar nicht. Gefunden habe ich dann dank einer lieben Freundin diese hier und dann einfach das Schirmchen weggelassen und etwas größer zugeschnitten, weil das Schnittmuster nur für die ersten 0-24 Monate ist. Zu kaufen gibt es übrigens hübsche Käppchen u.a. bei lillelieb, briarhandmade und gestrickte bspw. bei lillelovaknits.

Und zu guter Letzt kam wieder einmal dieser Drang, ein Kleid zu nähen, das ich bei diversen Onlineshops bewundert habe und auch wieder der Meinung war, das günstiger hinzubekommen. Ich habe dafür hier bei Dawanda günstig ein Schnittmuster gekauft und wieder mit einem Leinenstoff genäht und das kam dabei raus:

Vielleicht war ja was für euch zum nachnähen dabei, es sind wie immer wirklich einfache Sachen und man hat schnell ein feines Ergebnis.

 

Krankhaftes Ausmisten oder versuchter Minimalismus

Mit circa 7 Jahren habe ich mal das Hotelzimmer von Freunden meiner Familie aufgeräumt, als ich eigentlich mit deren Kind spielen sollte. Am nächsten Morgen wurde ich von den Eltern beiseite genommen und gebeten, die Finger von ihren Sachen zu lassen.

Viele Jahre später habe ich im Zuge eines Babysitterjobs das Kinderzimmer eines Kindes mal so richtig, richtig aufgeräumt. Die Eltern schienen der Lage nicht mehr Herr zu werden (fand ich), also wurde ich es. Ungefragt. Jedoch blieb es nicht ungesehen und es hagelte keinen Beifall, so viel kann ich sagen.

Als ich mit meinem Mann zusammenzog, wurde aus meiner Aufräum- eine Ausmist-Leidenschaft. Ungewollt wohlgemerkt und ganz langsam. Alles wollte ich damals mitnehmen in unsere gemeinsame Wohnung, doch bei jedem Teil, das ich verpacken wollte, fragte er mich, ob ich sicher sei, dass ich das noch brauche. Also landete ein großer Teil im Müll, wurde verkauft oder verschenkt.

Kaum eingezogen, überkam er mich immer wieder, dieser Drang zur Veränderung. Unsere kleine Wohnung war vollgestopft mit allerlei Krempel und regelmäßig schob ich die Möbelteile wild hin und her. Beim zweiten Umzug 4 Jahre später war bereits unsere Tochter geboren und viel Zeit zum Entrümpeln blieb nicht, das Meiste kam also mit und wieder war da dieser regelmäßige Drang, alles anders machen zu wollen. Doch das Möbel-Rücken alleine machte mich nicht langfristig glücklich. Erst beim dritten Umzug merkte ich, was mir fehlte. Wir zogen von einer großen in eine kleinere Wohnung, es war also klar, dass wir nicht alles mitnehmen konnten. Also flog wieder einiges weg, wurde verkauft oder verschenkt. Weniger ist mehr bekam hier erst eine richtige Bedeutung für mich. Nach und nach verabschiedete ich immer mehr Zeug aus der Wohnung. Manchmal stand ich minutenlang in der Küche und hinterfragte die Daseinsberechtigung jedes einzelnen Teils. Welches dann keine mehr hatte, wurde in eine Kiste gepackt und zum Verschenken bei eBay Kleinanzeigen rein gestellt. Genauso habe ich es in den anderen Zimmern gemacht. War ich mir bei einigen Dingen nicht sicher, legte ich sie beiseite und wartete ab, ob ich sie wieder hervor holte. Geschah das nicht, wurde auch das aussortiert. Wegwerfen will ich das Meiste nur ungern. Zuerst frage ich immer in unserem Freundeskreis und freue mich dann, wenn es auch Abnehmer findet und bei eBay Kleinanzeigen klappt das sowieso super. Vor Kurzem erst habe ich ein ganzes Bücherregal wegrationalisiert. Wozu sollte ich mir Bücher hinstellen, die ich nie wieder lesen würde? Also verkaufte ich einen großen Teil über momox. Mit dem Handy die Strichcodes schnell eingescannt und von Hermes kostenlos abgeholt, gab es noch einen kleinen Zuschuss für die Urlaubskasse. Das Regal fand auch einen Käufer bei eBay und ich fühlte mich gleich irgendwie leichter, außerdem war so durch ein wenig Umstellen Platz für den Nachwuchs geschaffen.

Mit Kleidung handhabe ich das ähnlich. Mittlerweile habe ich auch schon zwei Kleidertauschabende mit Freunden gemacht. Jeder hat seine ausrangierten (aber noch tragbaren) Sachen mitgebracht und es wurde getauscht. Der übriggebliebene Rest ging an einen Verein in der Stadt oder wurde für Geflüchtete gespendet. Man kann seine Kleidung natürlich auch im Internet verkaufen, wenn sie noch gut erhalten ist. Das habe ich bisher über momox-fashion gemacht. Da dort aber keine Basics und abgetragene Sachen genommen werden, habe ich einige Beutel für H&M fertig gemacht. Hier kann man die Sachen (egal in welchem Zustand) tütenweise abgeben und erhält auf den nächsten Einkauf einen Rabatt. Das erscheint natürlich kontraproduktiv, wenn man ausmistet und sich dann gleich etwas Neues holt. Ich habe mir jedoch vorgenommen, den Gutschein für Frieda einzulösen, wenn sie wieder etwas braucht.

Das Krankhafte kommt übrigens immer dann bei mir zum Vorschein, wenn ich bei anderen Leuten den dringenden Wunsch verspüre, zu entmisten. Um das auszuleben, wollte ich mich vor einigen Jahren sogar schon als professionelle Aufräumerin selbstständig machen.

Leider gibt es einen kleinen Haken bei dem ganzen gewünschten Minimalismus, denn unsere Tochter hat dank der Großeltern und Freunden eine riesige Ansammlung an Spielzeug. Den Kampf gegen die Kauferei haben wir mittlerweile aufgegeben, also lege ich oftmals Sachen weg, gebe sie ihr später oder verschenke sie auch einfach an andere Kinder. Außerdem wird auch hier hin und wieder radikal aussortiert und gespendet und landet viel in Kisten und Schrank, damit man den Wahnsinn nicht ständig sieht. Aber darüber in einem anderen Beitrag mehr…

Wenn euch dieses Thema weiter interessiert: Saskia von alovelyjourney hat auch mal einen Selbstversuch in Sachen Minimalismus gestartet und Interessantes zusammengetragen.