Der Wahnsinn mit dem Topf

Nach einer unfreiwilligen Pause melde ich mich wieder zurück mit einem Thema, das mich ewig beschäftigt und mir vermutlich irgendwo auch ein graues Haar beschert hat – das Töpfchentraining.

Von Anfang:

Frieda wurde im März vor drei Jahren geboren, im Herbst konnte sie dann sitzen und meiner DDR-geschulten Umgebung und unserem Willen zum Popo ohne Windel ist es geschuldet, dass wir dann anfingen, sie auf den Topf zu setzen. Sie fand das wohl ganz lustig und saß immer ohne Gemecker drauf, machte fast immer irgendwas und wurde von allen dafür gelobt. Irgendwann fand sie das alles aber nicht mehr so toll und verweigerte den Topf. Wir machten also eine Pause und fingen irgendwann wieder an. Sie machte mittlerweile nicht mehr ganz so begeistert mit und wir ließen es wieder. So ging das also bis zu diesem Jahr. Mittlerweile war Frieda drei Jahre alt und keiner verstand, warum sie nicht auf den Topf gehen wollte und immer noch eine Windel brauchte. Wir selbst sahen mehr oder weniger hilflos zu, denn sobald wir einen Anlauf starteten, ging es ihr schlecht, sie übergab sich oder bekam Bauchweh – kein schönes Gefühl für uns und für sie erst recht nicht. Also brachen wir das Ganze wieder ab, denn es sollte ihr dabei nicht schlecht gehen.

Immer wieder musste ich mich dabei an eine Situation erinnern, die ich damals in der Schwangerschaft beobachtete:

Ich war im DM und sah, wie ein Kleinkind schnurstracks auf die Wickelstation zusteuerte, ihrer Mama die richtige Windelgröße raussuchte und munter plappernd gewickelt wurde. Ich war entsetzt, wie konnte es sein, dass dieses Kind noch nicht ohne Windel auskam, was stimmte denn da nicht? Schuld waren in meiner kinderlosen Ahnungslosigkeit erstmal die Eltern, wer sonst. Mittlerweile bin ich etwas erfahrener und weiß, dass es nunmal einfach nicht immer alles so klappt, wie man sich das denkt, wünscht und vorstellt. Meine Mama sagte von Anfang an immer wieder mal den Satz: „Dein Kind ist keine Puppe“… natürlich ist sie das nicht, aber man hat eben so seine Ansichten und dass das kleine Gewürm einem da so einen Strich durch die Rechnung machen kann, hätte ich nie gedacht.

Aber zurück zum letzten, etwas zermürbenden Versuch. Es kamen vor Kurzem die ersten warmen Tage und ich war verzweifelt: ich wollte das Kind trocken bekommen, ich schämte mich bei dem Gang zu diversen Wickeltischen in Restaurants oder gar bei DM, ich schämte mich für den dicken Windelpo und für meine erklärenden Versuche, wenn sich Freunde und Familie mal wieder nach der Windel erkundigten. Aber ich wusste, dass ich es einfach nur wieder vorsichtig versuchen kann und Frieda da durchaus auch ihren eigenen Kopf hat, mit Zwang geht es eben nicht und so erziehen wir auch nicht.

Es wurde also warm und wie ließen die Windel weg. Dank unserer Kitaerzieherinnen, die dieses Vorhaben unterstützen, trug Frieda nun also nur noch zum Schlafen eine Windel. Frieda wartete fortan immer auf die Windel zum Schlafen und konnte sich dann entspannen. Da sie sonst aber einen munteren Eindruck machte, ließen wir es dabei. Wir sagten ihr auch, dass sie sich nichts verhalten müsste und auch das Einpullern nicht schlimm wäre, aber Frieda hielt an. Als ich anfing, mir Gedanken zu machen, geschah das, worauf ich fast schon nicht mehr gehofft hatte. Sie setze sich nicht mehr nur einfach auf den Topf und verließ ihn wieder unverrichteter Dinge, nein, es klappte. Und seit 2 Wochen ist sie nun großer Fan der ganzen Topf-Aktion und will gar nicht mehr runter. Kein einziges Einpullern seit jeher. Auch wenn mir immer von allen Seiten versichert wurde, dass es schon irgendwann funktionieren würde, habe ich mein Kind noch mit Windeln zur Einschulung gehen sehen. Ich weiß, dass man gerade nach derzeitiger Forschung davon ausgeht, dass Kinder selber entscheiden, wann sie zu Diesem und Jenem bereit sind… aber das hilft einer leicht verzweifelten Mutter manchmal recht wenig, gerade, wenn man von der Umwelt ein anderes Gefühl vermittelt bekommt. Auch die schönen Windeln scheinen dazu beizutragen, dass Kinder sich super mit einer vollen Hose fühlen und eben nicht immer mit 12 Monaten trocken sind.

Wir haben es jetzt wenigstens teilweise geschafft und sind guter Dinge, dass alles andere auch bald klappt. Also: Hoffnung nicht aufgeben und einfach immer mal wieder vorsichtig versuchen und zur Not hat man dann eben auch einen nassen Fleck auf Boden oder Einrichtungsgegenständen – shit happens!

Version 2

Stolze Mama.

Nachtrag: Mir ist übrigens aufgefallen, dass meine Freunde mit Kindern alle weniger Stress hatten, wenn sie es einfach erst versucht haben, als die Kinder selbst auch Interesse an Toilette und Topf gezeigt haben… und dann ging es meist sehr schnell.